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02.04.2016

Bereit für die nächsten 100 Jahre

Im Sommer eröffnet der neue Panamakanal.

Im Sommer eröffnet der neue Panamakanal.

Über die Ventile wird das Wasser zwischen den Rückhaltebecken und dem Schleusenbecken in beide Richtungen reguliert. Die Rückhaltebecken sind so effizient aufeinander abgestimmt, dass verglichen mit dem alten Schleusensystem 7 % weniger Wasser aus dem Kanal/See entnommen werden muss. Dieses gelingt, da ca. 60 % des für einen Schleusengang benötigten Wassers wiederverwendet werden kann. Die Befüllung einer Schleuse benötigt bei Einsatz der Rückhaltebecken 17 Minuten. Dabei fließt das Wasser durch ein Kanalsystem, dessen Röhren den Durchmesser eines Eisenbahntunnels erreichen.

Zur sicheren Stromversorgung der Kontrollzentren setzt der Betreiber auf BENNING-Gleichrichter vom Typ THYROTRONIC (links) und Wechselrichter der Baureihe INVERTRONIC modular (rechts).
Zur sicheren Stromversorgung der Kontrollzentren setzt der Betreiber auf BENNING-Gleichrichter vom Typ THYROTRONIC (links) und Wechselrichter der Baureihe INVERTRONIC modular (rechts).

Nach ca. zehn Jahren Bauzeit ist nun ein Ende in Sicht: Die neuen großen Schleusenbecken des Panama­kanals sollen voraussichtlich im Juni dieses Jahres offiziell ihren Betrieb aufnehmen. Bereits Mitte Februar wurden sie erfolgreich getestet.
Einige Wochen zuvor hatte man die großen Rückhaltebecken, die die Schleusen über eisenbahntunnelgroße Röhren in nur wenigen Minuten mit Wasser fluten, komplett gefüllt.

„Mit jedem Tag kommen wir der Vollendung näher“, sagte der Vertreter der Panamacanal Authority, CEO Jorge L. Quijano. „Aber massgeblich für uns ist und war es, dabei die höchstmöglichen Standards umzusetzen, damit der Kanal auch für die nächsten 100 Jahre und darüber hinaus seine Betriebsfähigkeit behält“.

 

Schutz vor Netzstörungen oder Netzausfall von größter Wichtigkeit

In den nächsten Wochen werden nun alle elektronischen und elektromechanischen Komponenten, die zum sicheren Betrieb des Kanals notwendig sind, auf Herz und Nieren getestet. Sobald die Testphase erfolgreich beendet ist, erfolgt die Öffnung des „neuen“ Panamakanals. Um das Risiko von Ausfallzeiten zu minimieren, stellt der Betreiber ACP (Autoridad del Canal de Panama) höchste Anforderungen an die Qualität aller eingesetzten Materialien und Ausrüstungskomponenten. Die gesamte Anlagenüberwachung in den Maschinengebäuden sowie die Steuerung der sechs Ventilstationen erfolgt in acht Kontrollzentren. Alle Überwachungs- und Steuerungseinrichtungen müssen bestmöglich gegen Netzstörungen oder Netzausfall gesichert werden. Dies erfolgt durch batteriegestützte Gleichstromversorgungen.
Zuverlässige und wirtschaftliche Ersatzstromversorgungen von BENNING.

Darüber hinaus verlangen diese betriebskritischen Anwendungen maßgeschneiderte, sichere USV-Anlagen mit individuellen Schaltungskonzepten. ACP entschied sich hier für Gleichrichter, Wechselrichter und USV-Anlagen von BENNING, wie POWER news bereits in der Ausgabe 3/2014 berichtete. Ausschlaggebend für die Auftragserteilung war damals, dass sich die BENNING-Stromversorgungssysteme THYROTRONIC, INVERTRONIC und ENERTRONIC seit vielen Jahren als außerordentlich zuverlässige und wirtschaftliche Ersatzstromversorgungen in der Industrie-, Petrochemie und Kraftwerkstechnik bewährt hatten. Aufgrund der besonderen tektonischen Situation sind alle Systeme zudem erdbebensicher entsprechend UBC-Zone 4 ausgelegt sowie nach UL-Normen gefertigt.

 

BENNING leitet bei Bedarf präventive Servicemaßnahmen ein

Die im Sommer 2015 installierten Stromversorgungsanlagen werden nun Schritt für Schritt parallel zu den einzelnen Einheiten des Betreiberequipments in Betrieb genommen und ausführlich getestet. Bereits im November und Dezember 2015 erfolgten, betreut vom BENNING-­Service, vor Ort ein Testbetrieb und eine individuelle Anpassung der System-Meldungen an die Leitstellen. Die Meldephilosophie der BENNING-Stromversorgungen stellt sicher, dass potenzielle
Risiken, die zu einem Ausfall der Anlagen führen könnten, frühzeitig erkannt werden. Der BENNING-Service in den mittel- und südamerikanischen Niederlassungen kann dann, insofern es notwendig ist, kurzfristig präventive Servicemaßnahmen einleiten. Darüber hinaus wird das Serviceteam im April 2016 ca. 60 Mitarbeiter des Betreiberunternehmens in Theorie und Praxis an den Anlagen schulen. Mit dieser Maßnahme soll eine ordnungsgemäße und effiziente Bedienung der Systeme sichergestellt werden.

 

Neues Containerterminal und eine Wirtschaftszone sollen entstehen

Die Panamacanal Authority setzt in Zukunft aber nicht nur auf den erhöhten Transfer im Kanal, den mittlerweile auch die so genannten Post-Panamax-Schiffe mit bis zu 14.000 Containern passieren können. Geplant ist auch eine weitreichende wirtschaftliche Infrastrukturmaßnahme. Es soll ein neues Containerterminal entstehen, dessen Kapazität nach und nach von drei auf bis zu fünf Millionen Container gesteigert werden kann. Gleichzeitig plant man, in einer Freihandelszone
entlang des Kanals eine Wirtschaftszone entstehen zu lassen. Hier könnten z.B. Logistikunternehmen Montage-, Weiterverarbeitungs- oder einfache Fertigungsarbeiten erbringen.
Dem neuen Containerterminal kommt damit eine Schlüsselrolle zu. Zum einen sollen von hier aus die Waren in die Freihandelszone verbracht und später weiter verschifft werden. Zum anderen soll das Terminal als „Transshipment Hub“ dienen, bei dem die großen Post-Panamax-Schiffe ganz oder teilweise gelöscht werden, um die Waren dann auf kleinere Containerschiffe zu verladen. Diese können die Güter dann in Häfen der Region bringen, die keine so großen Schiffe aufnehmen können – oder um der Reederei aus wirtschaftlichen Gründen weitere Hafentage an verschiedenen Routenendpunkten für die großen Schiffe zu ersparen.

 

Alte Schleusen sollen renoviert werden

Ebenso bestehen zur Zeit Planungen, die „alten“ Schleusenanlagen zu renovieren. Einbezogen sind hier auch die regionalen BENNING-Niederlassungen, da der Betreiber  gerne erneut auf die robusten BENNING-Stromversorgungssysteme und einen regional verfügbaren zuverlässigen Service zurückgreifen möchte.

 

Auf Ausbau des Panamakanals folgt Hafenbau-Boom

Generell lässt sich festhalten, dass vorangetrieben durch den Ausbau des Panamakanals in der gesamten mittelamerikanischen Region und dem US-Golf ein Hafenbau-Boom eingesetzt hat, da sich viele Häfen für die großen Boote einrichten müssen.
Währenddessen richtet ACP Administrator Jorge Quijano seinen Blick bereits auf ein weiteres Projekt mit einem Volumen von 17 Mrd. Dollar, das dem Panamakanal zukünftig ermöglichen soll, auch die weltgrößten Schif­fe passieren zu lassen.

Weitere Informationen

Kontakt: Dirk Meyer
Telefon: +49 (0) 28 71 / 93 -261
E-mail: d.meyer@benning.de

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