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06.12.2013

LIONIC® - Mit neuer Energie in die Zukunft

[Pn-talk]: Einsatz von Lithium-Ionen-Energiesystemen im innerbetrieblichen Transport – heute oder erst in Zukunft.

LINKS: Modulare LiFePO4 Batterie liCube® | MITTE: LIONIC® Energiesystem  24 V / 6 kWh (240 Ah) | RECHTS: BELATRON Li+ Ladegerät WT 120
LINKS: Modulare LiFePO4 Batterie liCube® | MITTE: LIONIC® Energiesystem 24 V / 6 kWh (240 Ah) | RECHTS: BELATRON Li+ Ladegerät WT 120

Vor ein paar Wochen stellte ein deutscher Fahrzeughersteller der oberen Mittelklasse sein erstes in Serie produziertes, reines Elektrofahrzeug mit Lithium-Ionen-Technik weltweit vor. Wir nehmen dies zum Anlass, die Situation des innerbetrieblichen Transports zu beleuchten und sprechen dazu mit Herrn Wies, Vertriebsleiter Bereich Traktion des Unternehmens BENNING.

Bereits nach 2 Jahren werden die Mehrkosten für die Investition in ein LIONIC® Energiesystem durch die Betriebskostenersparnis kompensiert
Bereits nach 2 Jahren werden die Mehrkosten für die Investition in ein LIONIC® Energiesystem durch die Betriebskostenersparnis kompensiert
Manfred Wies
Manfred Wies


Pn (POWER news): Herr Wies, lassen Sie uns mit der wichtigsten Frage beginnen: Sind Lithium-Ionen-Batteriesysteme sicher?


Wies: Die LIONIC Energiesysteme erfüllen alle zurzeit bekannten Sicherheitsvorschriften. Denken wir an die letzten Schlagzeilen eines bekannten Flugzeug­bauers, dann sei zur Entkräftung dieser kursierenden Schreckensszenarien auf die von der DEKRA durchgeführten Brandversuche hingewiesen. Diese zeigen, dass Elektroautos mit Lithium-Ionen-Antriebsbatterien im Brandfall mindestens auf dem gleichen Sicherheitsniveau wie Benzin- oder Dieselfahrzeuge stehen. Das ist gleichzusetzen mit dem LIONIC Energiesystem.

Pn: In der Kostenbetrachtung fallen die im Vergleich zu Bleibatterien höheren Anschaffungskosten auf. Daher die Frage, ist die Wirtschaftlichkeit eines Lithium-Ionen-Energie­­systems bereits heute erreichbar?


Wies: Eindeutig: ja. Die praktischen Erfahrungen mit weit über 500.000 Stunden Systemnutzung bestätigen, dass die Anschaffungsmehrkosten des LIONIC Energiesystems bereits nach ca. 2 Jahren durch die Betriebskostenersparnis kompensiert werden. Drei „harte“ Faktoren führen dabei zu direkten Einsparungen. Das sind zum einen die um mindestens 30 % geringeren Energiekosten, zum anderen die bis zu 75 % niedrigeren Wartungs- und Servicekosten. Den dritten und größten Block stellen die bis zu 60 % geringeren Batteriehandlingskosten dar. Bei Bleibatterien entstehen die Handlingskosten durch den Batteriewechsel beim Zweischichtbetrieb. Das sind mindestens sieben Wechsel pro Woche. Bei dem LIONIC Energiesystem werden Kurzzeitzwischenladungen durchgeführt so dass die Batteriewechselkosten entfallen.

Pn: Sie sprechen insbesondere die Einsparungen bei den Betriebskosten an. Gibt es weitere Faktoren, die zu Einsparungen führen können?


Wies: Die Betriebskosteneinsparungen sind zurzeit für die meisten Betreiber von Flurförderzeugen entscheidend, da in der Regel eine wirtschaftliche Umrüstung der bestehenden Fahrzeuge erfolgen soll. Betrachten wir darüber hinaus die Situation eines kompletten Firmenneubaus, so können erhebliche Einsparpotenziale in den Baukosten erzielt werden. Denn es ist keine zentrale Ladestation notwendig, mit den entsprechenden Auflagen in Bezug auf Flächen, Bodenbeschaffenheit und Lüftung.

Pn: Sie erwähnten die Umrüstung. Wie stellen Sie sicher, dass die Systeme für die aktuellen Fahrzeugtypen richtig dimensioniert sind?


Wies: Im Vorfeld der Entwicklung wurden im Rahmen einer umfassenden Einsatzanalyse alle batterierelevanten Daten erfasst. Mit Hilfe dieser Messdaten bestimmten wir die optimale Größe der Lithium-Ionen-Batterien.
In der Praxis hat sich eine Ladezeit von 2 Stunden als Optimum herausgestellt. Unser Ziel ist, bei einem Zweischichtbetrieb in den jeweiligen Pausen mit Zwischenladungen so viel Energie in das Energiesystem zu laden, dass keine Wechselbatterie benötigt wird.

Die BENNING LIONIC Energiesysteme erfüllen in Kombination mit den BELATRON Li+ Ladegeräten diese Anforderungen. Sie sind daher für einen großen Teil der mit 24 V Batterien betriebenen Flurförderzeuge geeignet.

Pn: Die Hersteller von Flurförderzeugen spezifizieren in den Datenblättern der Fahrzeuge immer das Gewicht der Batterie, da der Bleiakkumulator gleichzeitig als Stabilisierungsgewicht dient. Wie gehen Sie damit um?
Wies: Das LIONIC Lithium-Ionen-Energie­system wird mehrheitlich in einen herkömmlichen Batteriestahltrog eingebaut. Daher sind keine Modifikationen am Fahrzeug notwendig. Um die Gegengewichtsfunktion zu erhalten, werden Metallplatten in den Stahltrog eingebaut. Dadurch wird das Anfahr- und Bremsverhalten des Flurförderzeuges nicht beeinflusst.

Pn: Eine hohe Verfügbarkeit batterieelektrischer Flurförderzeuge ist heute für einen
sicheren und effizienten Betriebsablauf unverzichtbar. Welche Kontroll-/Überwachungsmöglichkeiten bieten Sie hier an?

Wies: Die Kontrolle und Überwachung des Batteriesystems sind wichtige Maßnahmen um die maximale Betriebszeit der Fahrzeugflotte jederzeit sicherzustellen. Mit der LIONIC Monitoring-Software können aktuelle Messdaten, Langzeitdaten sowie der Nutzungsgrad des LIONIC Energiesystems überwacht, ausgewertet und optimiert werden.

Pn: Welche Markttrends erwarten Sie in naher Zukunft?


Wies: Bereits heute sind LIONIC Energiesysteme eines der hocheffizientesten Energiesysteme für die Intralogistik, die zurzeit in Serie lieferbar sind. In Zukunft wird die enge Kommunikation und Abstimmung mit den Flurförderzeugherstellern weitere Vorteile für den Anwender erschließen. Neben den 24 V LIONIC Energiesystemen steht mit liCube® aktuell die nächste Innovation zur Markteinführung bereit. Das liCube® Konzept basiert auf modularen 12 V Blöcken, die für die
Kleintraktion sowie für spezielle Anwendungen eingesetzt werden können. Ich denke hier zum Beispiel an fahrerlose Transportsysteme.


Pn: Vielen Dank für das Gespräch.

Weitere Informationen

Kontakt: Peter Hoeptner 
E-Mail: p.hoeptner@benning.de
Tel.: 0 28 71 / 93 -233

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