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10.12.2014

Maßarbeit fürs Walzwerk

Sonderanfertigung eines Gleichstrommotors.

Im Rahmen von Instandsetzungsarbeiten an elektrischen Maschinen bietet BENNING ebenfalls kundenspezifische Lösungen an. Diese wurden von einem Walzwerk im Ruhrgebiet in Anspruch genommen. Zwei mehr als 40 Jahre alte DC-Motoren bilden das Herzstück der Walzanlage. Diese ca. 40 Tonnen schweren Maschinen sind dort seit der Inbetriebsetzung des Walzwerks im Dauereinsatz.

 

Durch regelmäßige Überwachung wurde festgestellt, dass sich das Isolationsvermögen der sich im Betrieb befindenden Maschinen, aufgrund ihres Alters und der rauen Betriebsweise im Walzwerk, stetig verschlechtert hatte. Daher wandte sich der Betreiber an den „Bereich elektrische Maschinen“ von BENNING. Das mit einem speziellen Diagnosefahrzeug ausgestattete BENNING Serviceteam nahm daraufhin vor Ort umfangreiche Diagnosen und Analysemessungen vor, die den ersten Befund des Betreibers bestätigten:

 

Der Maschinenzustand war kritisch. Bei den Maschinen handelte es sich um DCMotoren mit einer Bemessungsleistung von 1400 kW bei 150 1/min in luft-/wassergekühlter Sonderausführung – also um Einzelanfertigungen, die so alt sind wie das Walzwerk selbst. Baugleiche bzw. 1:1 aus tauschbare Motoren werden weder vom Originalhersteller noch von anderen Herstellern gefertigt. Ein Einsatz anderer Antriebe wäre unweigerlich mit längeren Umbauphasen und Produktionsstillständen verbunden gewesen.

 

Arbeitsintensive Weihnachtstage


Da noch eine Reservemaschine beim Betreiber verfügbar war, wurde ein Anlagenstillstand zum Austausch der Maschinen eingeplant. Dieser fand während der Weihnachtstage statt. Anstatt zu feiern, haben zwei BENNING Serviceteams die 40 t-Maschine in Doppelschichten ausgebaut, die Reservemaschine installiert und diese wieder in Betrieb genommen.

 

Der ausgefallene Motor wurde in das Instandsetzungswerk nach Bocholt gebracht, wozu aufgrund des Gewichtes und der Abmessungen ein Sondertransport erforderlich war. BENNING konnte auch hier den Betreiber unterstützen, indem die Transportlogistik während der Feiertage realisiert wurde. Dies umfasste z. B. das Einholen der Transportgenehmigung, Straßensperrung durch die Polizei und die Verladung mit Hilfe eines 350 t-Autokranes. Anschließend wurde die zuvor ausgebaute Maschine im Beisein des Kunden demontiert und ein Befund erstellt. Es stellte sich heraus, dass für eine möglichst sichere und schnelle Reserve, die Fertigung eines neuen DC-Ankers erforderlich war.

 

Neukonstruktion und -fertigung

Als problematisch erwies sich dabei, dass aufgrund des Maschinenalters keine Konstruktionsunterlagen mehr vorlagen. Trotzdem erarbeitete BENNING ein Konzept zur Neufertigung eines austauschbaren Rotors. Dazu wurden Prüfprotokolle ausgewertet, mechanische Abmessungen aufgenommen, Zeichnungen erstellt sowie Materialanalysen und Berechnungen durchgeführt. Die Konstrukteure berücksichtigten besonders das Betriebsverhalten des Motors, der über ein Getriebe mit einem baugleichen Motor gekuppelt ist und zeitweise mit dreifacher Überlast betrieben wird.

 

Geringste Abweichungen hätten fatale Folgen für den Betrieb der Walzstraße. Schließlich beauftragte der Betreiber die Fertigung eines neuen Rotors, der ein Gewicht von 13 Tonnen bei einer Länge von ca. 5 Metern aufweist.

 

Zur Überwachung von Fertigungsschritten und Qualitätsprüfungen zog man die Gesellschaft DNV-GL hinzu. Gemeinsam wurden ein umfangreicher Prüfplan erstellt und diverse Prüfungen bis zur Fertigstellung und Abnahme durchgeführt. Zeitgleich setzte BENNING diverse Optimierungsmaßnahmen um, dazu gehörte u. a. die Erhöhung der Kühlleistung der eingebauten Luft-Wasser-Wärmetauscher. Das Ergebnis der Aktion: Die Betriebssicherheit der Anlage ließ sich ohne umfangreiche Umbauten an der Anlage erhöhen und die Produktion konnte planmäßig wieder anlaufen.

Weitere Informationen

Kontakt: Matthias Lörwink
Telefon:  +49 (0) 28 71 / 93 -318
E-mail: m.loerwink@benning.de

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