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27.12.2016

Teil des größten Schienen-Projektes in Europa

BENNING versorgt Eiffage Rail Express mit Stromversorgungssystemen und Batterien für die neue Bahntrasse zwischen Le Mans und Rennes. Dadurch wird die Energieversorgung für Bahnhöfe, Kontrollzentren und die Signaltechnik sichergestellt.


Alle weltweiten Eisenbahnnetze ergeben zusammen eine Gesamtlänge von über 870.000 km. Rund 23.000 km davon sind ausschließlich für Hochgeschwindigkeitszüge (mind. 250 km/h) bestimmt, von denen es derzeit etwa 1.750 Stück gibt, so aktuelle Angaben des Internationalen Eisenbahnverbandes. Eine der am stärksten befahrenen Hochgeschwindigkeitsstrecken ist die „Ligne à grande vitesse Atlantique“ (LGV Atlantique) in Frankreich. Sie verbindet die Hauptstadt Paris mit den beliebten Urlaubsregionen Aquitanien, Bretagne und Pays de la Loire.

Um die Bahnstrecke bis zur Stadt Le Mans, die in der Region Pays de la Loire liegt, westlich bis nach Rennes zu verlängern und dadurch die Zugfahrt zwischen Paris und Rennes um mind. eine halbe Stunde zu verkürzen, wurde im Juli 2012 eines der größten und bedeutendsten europäischen Schienen-Projekte gestartet: Der Bau der 182 km langen „LGV Bretagne-Pays de la Loire“.

Bis zum Frühjahr 2017 soll die neue Hochgeschwindigkeitsstrecke fertiggestellt und in Betrieb genommen werden. Bauherr ist das Bahninfrastruktur-Unternehmen SNCF Réseau, das Anfang 2015 aus einer Zusammenlegung des bisherigen Streckennetzbetreibers Réseau ferré de France (RFF) und den SNCF-Bereichen „SNCF Infra“ sowie „Direction de la circulation ferroviaire“ hervorgegangen ist.

3 Milliarden Euro investiert

Um das Projekt in dem knapp fünfjährigen Zeitfenster zu realisieren, entschied sich SNCF Réseau für eine Partnerschaft mit dem Baukonzern Eiffage Rail Express (ERE). Diesem wurde ein Gesamtbudget von 3 Milliarden Euro bereitgestellt. Hiermit soll zum einen die Wartung der Infrastruktur finanziert werden. Zum anderen die Planung und Fertigung aller für die Hochgeschwindigkeitsstrecke notwendigen Komponenten. Dazu zählen der Gleisunterbau, die Gleise, die Eisenbahnausrüstung, die Signaltechnik, Bauwerke und Grünflächen. Ebenfalls Bestandteil des Projektes ist der Bau einer 32 km langen Gleisverbindung für das bestehende Schienennetz sowie zweier provisorischer Anschlussbahnhöfe für die Materiallogistik.

Ziel: Ausfallsicherer Betrieb

Zusammen mit einem weiteren Unternehmen wurde BENNING Frankreich Anfang 2014 damit beauftragt, die zum ausfallsicheren Betrieb notwendigen Systemschränke, Batterien und Ladegeräte bereitzustellen. Sie sollen zur unterbrechungsfreien Stromversorgung der Eisenbahnsignaltechnik, Kontrollzentren und Bahnhöfe dienen.

Die technische Planung begann im Juni 2014 – die Festlegung der konkreten Produktspezifikationen und Liefertermine sowie die Abstimmung des Inbetriebnahmezeitpunktes folgten etwa zwei Monate später, nach intensiven Gesprächen zwischen BENNING und ERE.
Zum Lieferumfang gehören 15 Einzelgleichrichter und 3 Dual-Gleichrichter der Baureihen THYSAT 110 V TDG3 – 33 Gleichrichter des Typs 110 V HDI – ein 24 V HDI Gleichrichter sowie eine USV-Anlage (4 x 20 kVA) vom Typ ENERTRONIC modular.
Darüber hinaus 1.000 Blei-Säure-Batterien der Typen A412/120 FT, A412/170 FT und A412/50 G6 mit einem Gesamtgewicht von 40 t sowie 100 Schränke mit einer Gesamtstellfläche von 150 m2. Alle beschriebenen Komponenten sind für 52 verschiedene Anlagen und Standorte entlang des Schienennetzes bestimmt.

„Pay as you grow“ und „Hot Swap“

Selbst eine kleine Störung kann in der Energieversorgung prozesskritischer Anwendungen verheerende Folgen haben – so auch im Bereich des Schienenverkehrs. Aus diesem Grund hat BENNING modulare und hochflexible Drei-Phasen-USV-Systeme wie die ENERTRONIC Modular entwickelt.
Mit einer Verfügbarkeit von 99,9999 % ist das USV-System klassenführend in diesem Bereich. Das modulare Anlagendesign beinhaltet keinen „Single Point of Failure“, bietet n+x Redundanz und vereint eine einfache Leistungsskalierbarkeit (pay as you grow) mit niedrigen Betriebskosten. Letztere resultieren u. a. aus der „Hot Swap“-Modularität, die einen unterbrechungsfreien Modulaustausch in kürzester Zeit zulässt und eine sehr hohe Energieeffizienz mit einem Wirkungsgrad von mehr als 96 % besitzt.

Größtes gemeinsames Projekt

Die bereits genannten Eigenschaften und  auch die technischen Merkmale aller weiteren gelieferten Komponenten stimmen mit den technischen Anforderungen, die mit diesem Projekt verbunden sind, optimal überein. Dadurch wird für den Kunden ERE ein Höchstmaß an Qualität, Zuverlässigkeit und Service-Kontinuität erreicht.
BENNING und ERE verbindet schon seit vielen Jahren eine feste Partnerschaft. Die intensive Zusammenarbeit beim Bau der „LGV Bretagne-Pays de la Loire“ stellt aber sicherlich das bisher größte gemeinsame Projekt dar. Es wird entscheidend dazu beitragen, dass BENNING auch bei zukünftigen Projekten mit ERE und der SNCF (staatliche Eisenbahngesellschaft Frankreichs) als Kompetenzpartner Berücksichtigung findet.

Enge Zusammenarbeit und Koordination

Während des Projektes standen BENNING und ERE in engem Kontakt. Dazu gehörten nicht nur die wöchentlichen Telefonkonferenzen, sondern auch regelmäßig stattfindende persönliche Treffen – sowohl im BENNING-Werk Louviers als auch vor Ort, in unmittelbarer Nähe der neuen Bahnstrecke.
Dabei wurde in sog. „Quality Audits“ die weitere Vorgehensweise geplant, und von Kundenseite geprüft, inwieweit die in der Theorie entwickelten Produktlösungen und alle damit verknüpften Anforderungen von BENNING in die Praxis umgesetzt werden.
Während die Stromversorgungssysteme und Batterieschränke im Zeitraum von Juli 2014 bis März 2015 geliefert wurden, erstreckte sich die Installation der Batterien von November 2014 bis August 2016 – pünktlich zu den ersten Tests vor Ort. Die Inbetriebnahme ist für Mai 2017 vorgesehen.

Insgesamt 52 verschiedene Standorte entlang des Schienennetzes wurden mit modernsten Stromversorgungskomponenten und Batterien bestückt. Ab Frühling 2017 befahren Hochgeschwindigkeitszüge die neue Bahntrasse zwischen Le Mans und Rennes.
Insgesamt 52 verschiedene Standorte entlang des Schienennetzes wurden mit modernsten Stromversorgungskomponenten und Batterien bestückt. Ab Frühling 2017 befahren Hochgeschwindigkeitszüge die neue Bahntrasse zwischen Le Mans und Rennes.
Installation der Stromversorgungskomponenten und Batterien in einem der Standorte.
Installation der Stromversorgungskomponenten und Batterien in einem der Standorte.

Weitere Informationen

Kontakt: Ulrich Borkers
Telefon: +49 2871 93 389
E-mail: u.borkers@benning.de

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