Sie befinden sich hier:

15.12.2017

Unterstützung des größten Verkehrsprojekts in Australien

2019 eröffnet in Sydney das erste vollautomatische U-Bahn­system Australiens. USV-Anlagen der Baureihe ENERTRONIC modular SE sichern den unterbrechungsfreien Betrieb der Bahnsignalanlagen.

Am Ende des Gesamtprojekts wird ein neues Tunnelsystem, das mehr als 40 Meter unter dem Hafen von Sydney verläuft, die Nord-West-Verbindung mit der City und den dahinter liegenden Stadtvierteln verbinden. Ab 2019 soll Australiens erstes vollständig automatisiertes Metro-System den Betrieb aufnehmen. Zur Sicherstellung einer unterbrechungsfreien Stromversorgung der Automations- und Signaltechnik werden USV-Systeme der Baureihe ENERTRONIC moduar SE eingesetzt.

Australien besteht zu 40 Prozent aus Wüstenregionen – dennoch zählt es laut aktuellen Studien zu den zehn Ländern mit der höchsten Autodichte. 1000 Einwohner kommen hier auf etwa 550 Autos, was hauptsächlich an den dicht besiedelten Großstädten und Küstenregionen liegt. Prognosen zufolge wird die Bevölkerungszahl allein im Nord-Westen von Sydney in den kommenden Jahrzehnten von 400.000 auf 600.000 ansteigen. Mit anderen Worten: Über 100.000 zusätzliche Autofahrer sorgen zukünftig dafür, dass das Straßennetz zu überlasten droht. Umso wichtiger ist ein zuverlässiger öffentlicher Personenverkehr, der in den Ballungszentren eine Entlastung viel befahrener Straßen ermöglicht.

Um das aus S-Bahn-, Intercity- und Regionallinien bestehende Schienennetz der Stadt Sydney im Streckenbereich Chatswood–Epping weiter auszubauen, wurde 2012 das derzeit größte Infrastrukturprojekt Australiens gestartet: Bis 2019 soll der Nationalstaat sein erstes vollautomatisches U-Bahnsystem erhalten. Dieses soll die Vororte im Nordwesten mit Chatswood, dem Geschäfts- und Handelszentrum Sydneys, verbinden und die an dieser Strecke liegenden Stadtteile mit acht neuen und fünf aufgerüsteten Bahnstationen sowie 4000 Pendler-Parkplätzen versorgen. Bis 2024 ist eine Verlängerung der Strecke durch die Innenstadt bis in südwestliche Gegenden vorgesehen. Die Züge werden im Vier-Minuten-Takt verkehren (15 Züge pro Stunde), so dass eine Beförderung ohne größere Wartezeiten garantiert ist. Im zweiten Schritt ist der Bau einer neuen, ca. 30 Kilometer langen Tunnelstrecke unter dem Hafen und der Innenstadt geplant.

22 fahrerlose Fahrzeuge

Auf den neuen Bahnstrecken sollen 22 fahrerlose Fahrzeuge mit je sechs Wagen zum Einsatz kommen. Jeder der Züge bietet Platz für ca. 1100 Fahrgäste und kann bei Bedarf um zwei weitere Wagen erweitert werden. Die neuen Züge dienen dazu, die Fahrsicherheit und den Fahrgastkomfort zu maximieren sowie die Energieeffizienz des U-Bahnsystems zu steigern. Letzteres ist insbesondere auf das verhältnismäßig niedrige Gewicht der Fahrzeuge und die optimierte Motorsteuerung mit integrierter Energierückgewinnung zurückzuführen. Darüber hinaus vereinfacht der Einsatz der neuen Fahrzeuge das Verkehrsmanagement erheblich.

Das Schaubild zeigt das Prinzip des CBTC-Systems, welches Automations-, Signalisierungs- und Überwachungs-Systeme benutzt, um die Züge zu steuern.
Das Schaubild zeigt das Prinzip des CBTC-Systems, welches Automations-, Signalisierungs- und Überwachungs-Systeme benutzt, um die Züge zu steuern.

Automatische Zugbeeinflussung

Bei dem eingesetzten Sicherungssystem handelt es sich um ein automatisches Zugbeeinflussungssystem – auch CBTC-System („Communication-Based Train Control“ System) genannt. Hierbei werden die Fahr- und Steuerungsbefehle nicht durch optische Signale an einen Triebfahrzeugführer übermittelt, sondern erfolgen über die Datenkommunikation zwischen Schienenfahrzeug und Streckenausrüstung. Auf diese Weise kann u. a. die Geschwindigkeit automatisch reguliert werden. So ist es möglich, die Züge dichter hintereinander fahren zu lassen, da ein streckenseitiger Rechner sie verfolgt und überwacht – ein großes Plus in puncto Sicherheit.

Diese zukunftsweisenden Automatisierungs- und Fernsteuerungsmöglichkeiten machen das Zugsicherungssystem jedoch zu einem höchst komplexen und sensiblen System. Käme es z. B. zu einer Netzstörung oder zu einem kompletten Stromausfall, so wären tausende von Pendlern davon betroffen. Um dieses Worst-Case-Szenario zu vermeiden, ist eine hochverfügbare zuverlässige Stromversorgung des Systems unerlässlich.

Maßgeschneiderte Lösung

Im Rahmen der Projektvergabe wurden einige Unternehmen dazu aufgefordert, speziell für den Bereich der Sig­nalisierungstechnik konzipierte Stromversorgungs­systeme vorzustellen. BENNING konnte den Kunden für seine Lösung gewinnen, da es dem komplexen Anforderungsprofil im besonderen Maße gerecht wurde.
Zum einen präsentierte man eine integrierte Lösung in einem einheitlichen, hochwertigen Design, bestehend aus modularer USV, maßgeschneiderten Mehrspannungs-Leistungs­ver­teilungs­schränken sowie AC / DC-Wandlern. Zum anderen stellte BENNING während des Evaluierungszeitraums eine umfangreiche Designunterstützung zur Verfügung. Außerdem bestärkte den Kunden in seiner Entscheidung, dass BENNING in der Vergangenheit bereits ähnliche Projekte sowohl mit ihm als auch mit anderen Kunden erfolgreich umgesetzt hat.
Die Auftragserteilung erfolgte im Juli 2016, nach einer knapp dreijährigen Planungs- und Evaluierungsphase. Zwischen Dezember 2016 und September 2017 wurden nach und nach verschiedene ENERTRONIC modular SE USV-Systeme (60 bis 120 kVA, inklusive dazugehöriger Batterien) sowie diverse Mehrspannungs-Stromverteilungen geliefert. Alle genannten Komponenten werden an insgesamt 15 Anlagen und Standorten entlang der U-Bahnstrecke eingesetzt und dienen dort zur Sicherstellung einer unterbrechungsfreien Stromversorgung der Signaltechnik.

Das eingesetzte USV-System ENERTRONIC modular SE ist einfach skalierbar und kann mit den Anforderungen des Betreibers wachsen.

Bestmöglicher Service

Um dem Kunden trotz sehr kurzer Vorlaufzeit zwischen der Auftragserteilung und der ersten Produktlieferung einen bestmöglichen Service zu bieten, sind mit BENNING China und BENNING Singapore gleich zwei Tochterunternehmen an dem Projekt beteiligt.
Während BENNING China das Design validiert und die Stromverteilungen entsprechend montiert, übernimmt BENNING Singapore die Produktion und Integration der USV-Systeme, die Durchführung der mehrtägigen Funktionstests und die Inbetriebnahme vor Ort gegen Ende 2017.

99,9999 % Verfügbarkeit

Mit der Baureihe ENERTRONIC modular SE liefert BENNING modernste Drei-Phasen-USV-Systeme mit einer in dieser Kategorie führenden Verfügbarkeit von 99,9999 %. Da die Wartungsfenster aufgrund der langen Betriebsstunden des Bahnsystems sehr begrenzt sind, ist dies ein entscheidender Vorteil. Er ergibt sich aus dem modularen, n+x redundanten Design, das keinen „Single Point of Failure“ aufweist – kombiniert mit einer minimalen Servicezeit, die u. a. auf der „Hot Swap“-Fähigkeit der Module basiert. Daraus ergeben sich ebenso positive Einflüsse auf die Gesamtbetriebskosten (TCO), wie auch aus der sehr guten Energieeffizienz mit einem Wirkungsgrad von mehr als 96 %.

Zukunftssicher und skalierbar

Die einfache Leistungsskalierbarkeit (pay as you grow) des USV-Systems bietet dem Betreiber für die Zukunft Investitionssicherheit, da das System analog zu den sich eventuell verändernden Anforderungen mitwachsen kann. Weitere entscheidende Vorteile sind die lange Akku-Backup-Zeit (vier Stunden) sowie der hohe verfügbare Ladestrom, mit dem die Batterien schneller geladen werden können. Alle genannten Produktmerkmale tragen maß­geblich dazu bei, eine höchst zuverlässige Stromversorgung der Signalanlagen, Weichenantriebe sowie der automatischen Zugbeeinflussungssysteme sicherzustellen und dem Kunden eine schnelle, einfache und kostengünstige Wartung zu ermöglichen.
Dieses Großprojekt ist ein weiterer Beweis dafür, dass BENNING für anspruchsvolle und prozesskritische Anwendungen des Transportsektors optimale Produktlösungen bereitstellt. Modernste USV-Systeme Made in Germany, die zusammen mit den maßgeschneiderten Mehrspannungs-Leistungsverteilern einen wichtigen Beitrag zum störungsfreien Bahnbetrieb in Sydney leisten.

Weitere Informationen

Autor/Kontakt: Dirk Meyer
Telefon: +49 2871 93 261
E-mail: d.meyer@benning.de

Zurück