Häufig gestellte Fragen zur Kennlinienmessung des BENNING PV 2

Installationstester und Kennlinienmessgerät

Mit dem BENNING PV 2 steht ein höchst effizienter Installationstester und ein Kennlinienmessgerät für PV-Anlagen zur Verfügung, mit dem alle gemäß der Norm DIN EN 62446 (VDE 0126-23) vorgeschriebenen Inbetriebnahmeprüfungen durchgeführt sowie sichere und präzise Messungen von I-U-Kennlinien in Übereinstimmung mit der Norm DIN EN 61829 (VDE 0126-24) vorgenommen werden können.
Bei Nutzung in Kombination mit dem Einstrahlungsmessgerät BENNING SUN 2 können die Messdaten des BENNING PV 2 mit Hilfe der Software BENNING SOLAR Manager oder der App BENNING PV Link auf Normprüfbedingungen (STC) umgerechnet werden und so ein direkter Vergleich mit den vom Hersteller des PV-Moduls veröffentlichten Daten ermöglicht.

1. Was ist eine I-U-Kennlinienaufzeichnung an einer PV-Anlage?
BENNING PV 2 - FAQ

Die von einer Photovoltaik-Zelle (PV-Zelle) oder einem PV-Modul erzeugte elektrische Leistung ist eine Funktion des Stroms (I) und der Spannung (U). Misst man das Verhältnis von Strom und Spannung und ändert die an einer PV-Zelle oder an einem PV-Modul angeschlossene elektrische Last (Widerstand R) vom Zustand „Kurzschluss“ (R → 0) in den Zustand „Leerlauf“ (R → ∞), so erhält man eine Strom-Spannungs-Kennlinie (I-U-Kennlinie) wie in Abbildung 1 dargestellt. Der Schnittpunkt der Kurve mit der Spannungsachse (x-Achse) entspricht der Leerlaufspannung Uoc und der Schnittpunkt der Kurve mit der Stromachse (y-Achse) entspricht dem Kurzschlussstrom Isc.

BENNING PV 2 - FAQ

Die elektrische Leistung, das Produkt von Strom und Spannung, kann aus den gemessenen Strom- und Spannungswerten errechnet und als Leistungskennlinie wie in Abbildung 2 dargestellt werden. Bei der Leistungskennlinie ist der Punkt mit der maximalen Leistung (Pmax) gekennzeichnet. Der zugehörige Punkt auf der I-U-Kennlinie wird als MPP (Maximum Power Point) bezeichnet. Wird die Belastung des PV-Moduls so gewählt, dass sich ein Strom am Impp und die Spannung am Umpp einstellen, arbeitet das PV-Modul am MPP (Maximal Power Point) und erzeugt folglich die maximale Leistung.

2. Was bedeutet STC und warum ist der Wert aussagekräftig?

Die Leistung eines PV-Moduls ist im Datenblatt und auf dem Typenschild spezifiziert. Hier befinden sich u.a. Angaben zu Leerlaufspannung Uoc, Kurzschlussstrom Isc, Spannung und Strom am MPP (Maximum Power Point) und maximaler Leistung (Pmax).
Bei der Herstellung von PV-Modulen überprüft der Hersteller diese Leistungsangaben und bestimmt die auf dem Typenschild anzugebenden Werte, indem er eine I-U-Kennlinienmessung durchführt. Die von einem PV-Modul erzeugte Spannung bzw. der von ihm erzeugte Strom ist abhängig von der Bestrahlungsstärke, der spektralen Zusammensetzung der Sonneneinstrahlung und der Modultemperatur.
Damit die Leistungsangaben aussagekräftig und vergleichbar sind, müssen die Rahmenbedingungen für die Messung bekannt und einheitlich definiert sein. Die PV-Modulhersteller definieren die Leistungsangaben unter Normprüfbedingungen (STC) mit einer Bestrahlungsstärke von 1000 W/m² einer Modultemperatur von 25°C und einer Bestrahlungsquelle, die eine Luftmasse (Air Mass) von AM = 1,5 berücksichtigt.
Falls wir die vor Ort gemessenen Leistungsdaten eines PV-Moduls mit den Leistungsangaben des Typenschilds vergleichen wollen, müssen die gemessenen Messwerte zuerst auf die Standardtestbedingungen (STC) umgerechnet werden. Für die Umrechnung werden die zum Zeitpunkt der Messung vorhandene Bestrahlungsstärke sowie die Modultemperatur benötigt.

3. Wo sollte der Temperatursensor eines PV-Moduls positioniert sein?

Die Norm DIN EN 61829 (VDE 0126-24), „Photovoltaische (PV) Modulgruppen - Messen der Strom-Spannungs-Kennlinien am Einsatzort“ - empfiehlt die mechanische Befestigung eines flachen Temperatursensors mit dünner Messleitung mittig auf der Rückseite des PV-Moduls. Der Temperatursensor sollte mindestens 10 cm von jeglicher Anschlussdose entfernt sein und sich auf der Rückseite des aktiven Teils des PV-Moduls befinden. Die Art der Befestigung sollte keinen Einfluss auf die PV-Modultemperatur haben.

4. Kann zur Messung der PV-Modultemperatur auch ein Infrarot-Thermometer verwenden werden?

Die Genauigkeit eines Infrarot-Thermometers ist abhängig vom Emissionsgrad (der Fähigkeit Infrarotenergie abzustrahlen) der zu messenden Oberfläche. Ein Infrarot-Thermometer sollte nur verwendet werden, wenn es exakt für den Emissionsgrad der PV-Modulrückseite kalibriert wurde und so die in der Norm DIN EN 61829 (VDE 0126-24), geforderte Genauigkeit von ± 1 °C für die Temperaturmessung einhält.

5. Warum wird die solare Einstrahlung (Bestrahlungsstärke) gemessen?

Bei Veränderungen des Grades der Bestrahlungsstärke auf eine Fläche ändert sich die elektrische Leistung.
Hersteller von PV-Modulen geben die elektrische Leistung unter Normprüfbedingungen (STC) bei einer Bestrahlungsstärke von 1000 W/m² an. Um beurteilen zu können, ob die Anlage ihr Potenzial bei der gegebenen Bestrahlungsstärke voll ausschöpft, ist es daher bei der Inbetriebnahme einer PV-Anlage notwendig, den Grad der Bestrahlungsstärke zur gleichen Zeit zu messen wie die elektrische Leistung der Anlage. Unterscheidet sich die elektrische Leistung von den Angaben des Herstellers, ist festzustellen, ob die Ursache hierfür in einem Fehler der PV-Anlage liegt oder aber einfach daran, dass die Bestrahlungsstärke von den Normprüfbedingungen (STC) abweicht.

Die gleichzeitige Messung und Aufzeichnung von Bestrahlungsstärke, Leerlaufspannung (Uoc) und Kurzschlussstrom (Isc) ist für Prüfberichte („PV Array Test Report“) gemäß der Norm DIN EN 62446 (VDE 0126-23) vorgeschrieben.

6. Wie wird die solare Einstrahlung (Bestrahlungsstärke) gemessen?

Die zur Bewertung von PV-Modulen verwendeten Messgeräte zur Messung der solaren Einstrahlung müssen die gleiche spektrale Empfindlichkeit besitzen wie das zu prüfende PV-Modul bzw. das zu prüfende PV-System.
Es gibt zwei Methoden zur Messung der Bestrahlungsstärke, die durch internationale Normen definiert und anerkannt sind und bei der Leistungsmessung an PV-Systemen angewendet werden.

Pyranometer
Ein Messgerät zur Messung der solaren Einstrahlung, welches häufig zur Messung der Globalstrahlung auf horizontaler Fläche benutzt wird. Pyranometer sind im Allgemeinen sehr präzise und hochwertige Messgeräte, bei denen thermische Sensoren in einem Glasdom verwendet werden.

PV- Referenzzelle
Eine kleine PV-Zelle mit einer bekannten Strom-Bestrahlungs-Kennlinie, bei der die gleiche Zelltechnologie verwendet wird wie bei der zu prüfenden PV-Anlage. Sollte die Zelltechnologie nicht übereinstimmen, kann die Messunsicherheit abgeschätzt werden. PV-Referenzzellen sind in der Regel temperaturkompensiert, damit eine Änderung der Temperatur die Messgenauigkeit nicht beeinträchtigt.

Preiswert, aber ungeeignet zur Messung der solaren Einstrahlung sind Leuchtstärkemessgeräte, Luxmeter oder auch Geräte, bei denen eine Photodiode verwendet wird. Geräte dieser Art besitzen nicht die gleiche spektrale Empfindlichkeit wie ein PV-Modul und sind auch nicht temperaturkompensiert. Bei einer Prüfung und Bewertung von PV-Anlagen würden sich erhebliche Messfehler ergeben.

7. Wo sollte das Messgerät zur Messung der solaren Einstrahlung positioniert werden?

Um aussagekräftige Messergebnisse zu erhalten, ist es wichtig, dass das Einstrahlungsmessgerät in Bezug auf die zu prüfende PV-Anlage korrekt positioniert ist. Bereits eine geringfügige Änderung des Winkels zwischen der PV-Referenzzelle und der Sonne kann eine erhebliche Abweichung der Messwerte verursachen. Das Einstrahlungsmessgerät sollte sich mit einer maximalen Abweichung von ± 2° auf derselben Ebene wie das zu prüfende PV-Modul befinden.
Wichtig ist, dass sich durch die Positionierung der PV-Referenzzelle keine Abschattung der PV-Module ergibt. Um präzise und reproduzierbare Messwerte zu erhalten, haben sich mechanische Halterungen am PV-Modulrahmen bewährt, durch die das Einstrahlungsmessgerät sicher in der gleichen Ebene des PV-Moduls positioniert wird.

8. Kann eine I-U-Kennlinienmessung auch bei einer geringen solaren Einstrahlung durchgeführt werden?

Die Form einer I-U-Kennlinie variiert in Abhängigkeit der solaren Einstrahlung. Liegt die solare Einstrahlung unterhalb eines kritischen Wertes, fällt die Änderung der Kurvenform so drastisch aus, dass eine Leistungsbeurteilung der PV-Anlage aufgrund von Fehlmessungen nicht mehr möglich ist. Im Falle einer niedrigen solaren Einstrahlung sind schlechte Messergebnisse zu erwarten.
Die Norm DIN EN 62446 (VDE 0126-23) „Photovoltaik (PV)-Systeme – Anforderungen an Prüfung, Dokumentation und Instandhaltung“ definiert, dass die Messung einer Leistungskennlinie bei stabilen Bestrahlungsbedingungen von mindestens 400 W/m² erfolgen muss.
Die Norm DIN EN 61829 (VDE 0126-24) „Photovoltaische (PV)-Modulgruppen – Messen der Strom-Spannungs-Kennlinien am Einsatzort“ empfiehlt für Messungen am Einsatzort, die auf STC-Bedingung umgerechnet werden, stabile Bestrahlungsbedingungen von mindestens 700 W/m².

9. Welchen Einfluss hat eine Änderung der solaren Einstrahlung während der Messung einer I-U-Kennlinie?

Eine I-U-Kennlinienmessung sollte idealerweise bei klarem Himmel und Windstille erfolgen. Eine Änderung der solaren Einstrahlung bewirkt eine Veränderung der PV-Modultemperatur und kann somit die Genauigkeit der Messung beeinträchtigen. Nimmt die solare Einstrahlung unmittelbar vor der Messung zu, hat sich die PV-Modultemperatur wahrscheinlich noch nicht stabilisiert. Eine Änderung der solaren Einstrahlung während der I-U-Kennlinienmessung hat einen direkten Einfluss auf die Form der Kennlinie.
In der Praxis ist der Zeitraum, in dem eine Kennlinienmessung durchgeführt werden kann jedoch durch die vorhandene Zeit und vertragliche Beschränkungen begrenzt. I-U-Kennlinienmessungen sollten unter gleichbleibenden Bedingungen durchgeführt werden. Eine Veränderung der Temperatur und der solaren Einstrahlung sollte dokumentiert werden. Falls sich die Form der I-U-Kennlinie aufgrund von Einstrahlungsschwankungen ändert, sollte die Messung wiederholt werden.

10. Welche Vorteile bietet eine I-U-Kennlinienaufzeichnung?

Die elektrische Leistung ist ein Produkt von Strom und Spannung. Durch jeden negativen Einfluss auf eine PV-Anlage, der eine Reduzierung der Spannung oder des Stroms bewirkt, wird auch die erzeugte Leistung der Anlage reduziert. Die Form oder der Verlauf einer I-U-Kennlinie liefert eine höchst effektive visuelle Darstellung der Leistungsfähigkeit eines PV-Moduls oder eines PV-Strangs.
Überwachungssysteme in Echtzeit liefern Informationen über die tatsächlich erzeugte Leistung, geben jedoch keinen Aufschluss darüber, warum sich der tatsächliche Ertrag unterhalb der Auslegungsgröße der PV-Anlage befindet. Hier werden andere Messgeräte benötigt, mit denen die Ursache der reduzierten Leistung feststellt werden kann.
Falls die I-U-Kennlinie des installierten PV-Strangs beim Test eine deutliche Änderung des Neigungswinkels, Buckel oder Sprünge in dem Kurvenverlauf aufzeigt, ist dies ein Hinweis auf Fehler innerhalb eines oder mehrerer einzelner Module.
Die Dokumentation und Bewertung der I-U-Kennlinie bei der Installation, der Inbetriebnahme oder als Teil einer Wiederholungsprüfung dient somit als unverzichtbarer Nachweis, im Hinblick auf einen fehlerfreien Zustand der Module und die Übereinstimmung mit den Herstellerangaben.

11. Warum ist die I-U-Kennlinienaufzeichnung so wichtig?

Die I-U-Kennlinie stellt eine schnelle und effiziente Möglichkeit dar, die tatsächliche Leistungsfähigkeit von PV-Modulen oder PV-Strängen zu beurteilen. Bei einer einwandfrei funktionierenden PV-Anlage sollte die Form der Kennlinie dem Normalverlauf entsprechen und die Messwerte für Isc, Impp, Uoc, Umpp und Pmax sollten entsprechend den Umgebungsbedingungen zum Zeitpunkt der Messung ausfallen.
Die Prüfung der Module unter Normprüfbedingungen (STC) sowie bei einer Bestrahlungsstärke von 1000 W/m², einer Temperatur von 25 °C und einer Luftmasse von 1,5 ist fester Bestandteil des Herstellungsprozesses. Messwerte der Bestrahlungsstärke und der Temperatur, die zum selben Zeitpunkt erfasst wurden wie die Daten der I-U-Kennlinie, können zur Umrechnung der vor Ort gemessenen I-U-Kennlinienwerte auf die Normprüfbedingungen (STC) verwendet werden. Entsprechend korrigierte Messwerte können dann für einen direkten Vergleich mit den Leistungsdaten auf dem Typenschild herangezogen werden.
Bei der Herstellung im Werk werden die Prüfungen dazu verwendet, etwaige Herstellungsprobleme zu erkennen sowie die Nennleistung eines bestimmten Moduls zu überprüfen, um diese dann in die Datenblätter und Spezifikationen des Produkts aufzunehmen.
Ist ein Modul oder ein Strang einmal vor Ort installiert, so kann durch eine I-U-Kennlinienaufzeichnung eine I-U-Kennlinie unter Betriebsbedingungen erstellt werden, um nachzuweisen, dass die tatsächlich abgegebene Leistung nahezu den angegebenen Werten der neuen Anlage entspricht.
Im Falle einer Abweichung kann eine Analyse der Form der I-U-Kennlinie dazu beitragen, die Ursache der verminderten Leistung zu ermitteln und geeignete Abhilfemaßnahmen zu ergreifen.

12. Ist die I-U-Kennlinienaufzeichnung nur während der Installation sinnvoll?

Nein. Im Laufe der Zeit stellt eine regelmäßige I-U-Kennlinienaufzeichnung ein höchst effizientes Mittel zur Überprüfung der Anlage auf eine Verschlechterung ihrer Leistungsfähigkeit dar. Sie kann verwendet werden, um Modul- oder Verkabelungsprobleme zu erkennen und zu lokalisieren. Darüber hinaus bietet sie die Möglichkeit, die Stromerzeugungsleistung mit früheren Leistungsdaten oder den Garantiedaten des Produkts zu vergleichen. Durch I-U-Kennlinienmessungen können auch die Auswirkungen einer partiellen oder flächendeckenden Abschattung aufgezeigt und die Verbesserung der Leistung nach einer Reinigung des Moduls demonstriert werden.

13. Was ist der PV-Füllfaktor?
BENNING PV 2 - FAQ

Der Füllfaktor (FF) bezeichnet den Quotienten der tatsächlichen maximal erreichbaren Leistung (dargestellt als dunkelblauer Bereich) und dem Produkt aus Kurzschlussstrom Isc und Leerlaufspannung Uoc (dargestellt als hellblauer Bereich).

BENNING PV 2 - FAQ

Der Füllfaktor stellt ein wesentliches Maß für den Wirkungsgrad eines PV-Moduls dar, wobei der theoretische Höchstwert von Faktoren wie z. B. der Art des bei der Herstellung des Moduls verwendeten Siliziums abhängt. Abweichungen vom erwarteten Wert oder Veränderungen des Füllfaktors können jedoch Anzeichen für möglicherweise vorliegende Fehler sein.

14. Wie werden I-U-Kennlinien durch Temperatur und Bestrahlungsstärke beeinflusst?
BENNING PV 2 - FAQ

Die Leistungsfähigkeit eines PV-Moduls wird von zahlreichen Faktoren, wie z. B. der Temperatur und der Bestrahlungsstärke, beeinflusst.
Die Leerlaufspannung eines PV-Moduls ist von der Zellentemperatur abhängig. Steigt die Temperatur aufgrund umgebungsbedingter Veränderungen oder einer bei der Energieerzeugung durch interne Verlustleistung erzeugten Hitze, so fällt die Leerlaufspannung (Uoc) ab. Hierdurch wird wiederum die abgegebene Leistung reduziert. Bei der Auslegung einer PV-Anlage ist der Temperaturkoeffizient (TK) des PV-Moduls zu berücksichtigen. Hierbei wird die erwartete durchschnittliche Zelltemperatur in der Betriebsumgebung mit den Daten unter Normprüfbedingungen (STC) verglichen, die verwendet wurden, um die Modulleistung zu berechnen.
Ebenso wird die Leistungsfähigkeit des Moduls von der Bestrahlungsstärke beeinflusst, da eine Verminderung des Sonnenlichts in erster Linie zu einer Reduzierung des Stroms und folglich zu einer reduzierten abgegebenen Leistung führt.

BENNING PV 2 - FAQ

Beim Vergleich von vor Ort gemessenen I-U-Kennlinien mit den prognostizierten Kurvenformen sind diese Faktoren in vollem Umfang zu berücksichtigen, damit dieser Vergleich zu aussagekräftigen Ergebnissen führt.

15. Welche typischen Probleme können bei der I-U-Kennlinienaufzeichnung festgestellt werden?

Unterschiede hinsichtlich der Kurvenform und der Füllfaktoren in Bezug auf ein bestimmtes Modul oder einen bestimmten Strang können auf ein Problem hinsichtlich der Qualität, der Leistungsfähigkeit oder der korrekten Installation einer PV-Anlage hindeuten.
Bei Anlagen typischerweise auftretende Probleme, die Auswirkungen auf die erwartete I-U-Kennlinie haben, sind z. B. Verschmutzung, Abschattung der Module, Verkabelung mit hohem Widerstand oder Verbindungsprobleme zwischen den Modulen, eine Diskrepanz der Modulen aufgrund von Unterschieden hinsichtlich der Herstellung oder der Spezifikation oder aber eine Beschädigung der PV-Zellen.

Der I-U-Kennlinienschreiber kann als Diagnosetool zur Erkennung, Lokalisierung und Behebung all dieser Probleme verwendet werden.

16. Wie funktioniert ein I-U-Kennlinienschreiber?

I-U-Kennlinienschreiber sind hoch spezialisierte Prüfgeräte, mit denen eine an das PV-Modul oder den PV-Strang angeschlossene elektrische Last abgetastet wird sowie während der Abtastung an mehreren Punkten Strom und Spannung gemessen werden. Mit den Wertepaaren für Strom und Spannung wird dann entweder direkt eine I-U-Kennlinie erstellt oder eine P-U-Kennlinie zunächst berechnet und dann erstellt.
Um den Einfluss externer Faktoren wie Temperatur und Bestrahlungsstärke auszuschalten, werden diese Werte von I-U-Kennlinienschreibern typischerweise gemessen und aufgezeichnet, damit Messungen auf Normprüfbedingungen (STC) umgerechnet werden können und so ein präziser Vergleich mit der Spezifikation eines PV-Moduls möglich ist.
Einige I-U-Kennlinienschreiber verfügen auch über integrierte Datenbanken von PV-Modulen, um einen unmittelbaren Vergleich der vor Ort gemessenen Werte mit den vom Hersteller angegebenen Werten zu ermöglichen und dadurch die Zwecktauglichkeit sowie die Leistungsfähigkeit der installierten Anlagen zu überprüfen.

17. Welche Bedeutung hat die I-U-Kennlinienaufzeichnung im Vergleich zu anderen Inbetriebnahme- und Wiederholungsprüfungen?

Bei der Installation von PV-Anlagen werden nicht nur Prüfungen im Hinblick auf Leistungsfähigkeit und Wirkungsgrad zum Zeitpunkt der Installation durchgeführt, sondern es wird auch überprüft, ob die Anlage ordnungsgemäß und sicher angeschlossen wurde. Solche Prüfungen sollten regelmäßig wiederholt werden, damit Sicherheit und Leistungsfähigkeit der Anlage permanent gewährleistet sind.
In der Norm DIN EN 62446 (VDE 0126-23) mit dem Titel „Netzgekoppelte Photovoltaik-Systeme“ sind die Mindestanforderungen für PV-Anlagen an Systemdokumentation, Inbetriebnahmeprüfung und wiederkehrende Prüfungen festgelegt.
Zusammenfassend sind in der Norm Prüfungen, Informationen und Dokumentation aufgeführt, die dem Kunden nach der Installation eines Solarmodulsystems zur Verfügung gestellt werden sollten, aber auch die erforderlichen Erstprüfungen sowie wiederkehrende elektrische Prüfungen und Tests.
Der Mindestumfang der Prüfungen, die während der Inbetriebnahme durchzuführen sind, umfasst Durchgangsmessungen sowie die Überprüfung von Leerlaufspannung, Kurzschlussstrom, Isolierung und Bestrahlungsstärke. Hier kann zusätzlich eine I-U-Kennlinienaufzeichnung vorgenommen werden, um die Leistungsparameter der installierten Anlage zu beurteilen.

18. Warum ist das Prüfen von PV-Anlagen so wichtig?

In der folgenden Infografik werden zehn Gründe aufgeführt, warum PV-Anlagen regelmäßig geprüft werden sollten.

BENNING PV 2 - FAQ

1. Umweltbedingte Alterung
Eine Beschädigung oder Korrosion der Kabel oder Stecker durch Feuchtigkeit kann zu einer verminderten Leistungsfähigkeit führen oder das Brandrisiko erhöhen.

2. Beschädigung der Leitungen
Leitungen, die unter den Solarmodulen hängen oder mit dem Dach bzw. der Vegetation in Berührung kommen, können beschädigt werden und die Gefahr eines Stromschlags darstellen.

3. Verunreinigung und Beschädigung der Oberfläche
PV-Module können im Laufe der Zeit verschmutzen und durch Gegenstände oder Steine beschädigt werden, die etwa von Vögeln fallen gelassen werden. Dies kann zu einer verminderten Leistungsabgabe führen.

4. Überprüfung der Anlagenleistung
Elektrische Fehler oder eine fehlerhafte Verdrahtung sollten unbedingt so früh wie möglich erkannt werden. Durch regelmäßige elektrische Tests wird eine Überprüfung der Leistungsfähigkeit der Anlage langfristig gewährleistet.

5. Vermeidung von Brandrisiken
Weltweit hat es Berichte über Brände durch elektrische Fehler in PV-Dachanlagen gegeben. Durch regelmäßiges Prüfen der Verkabelung und der Komponenten von PV-Anlagen wird das potenzielle Risiko eines Brandes vermindert.

6. Erfüllung der Gewährleistung
Eine Überprüfung zur Feststellung und Bestätigung eines konstant sicheren Betriebs sowie eines optimalen Energieertrags kann durch Produktgewährleistungen und Garantien von Komponenten vorgeschrieben sein.

7. Erdschlüsse
Eine schlechte Isolierung von Erdkabeln kann zur Folge haben, dass Strom in die Erde entweicht. Hierdurch kann der Wirkungsgrad der Anlage erheblich vermindert werden.

8. Kundendokumentation
Bei der Installation einer PV-Anlage sollten dem Kunden Kopien sämtlicher Prüf- und Inbetriebnahmedaten als Teil der Systemdokumentation übergeben werden.

9. Wirksame Erdung
Mit zunehmender Beeinträchtigung bzw. Alterung des Erdungssystems steigt das Risiko eines elektrischen Schlags.

10. Übereinstimmung mit DIN EN 62446 (VDE 0126-23)
In der internationalen Norm DIN EN 62446 (VDE 0126-23) wird die regelmäßige Überprüfung einer bestehenden PV-Anlage empfohlen.

19. Sind Wiederholungsprüfungen und Tests von PV-Anlagen wirklich notwendig? Wenn ja, warum?

Das Überprüfen der Anlagenleistung sowie des Energieertrags der Module ist von großer Bedeutung und einer der Hauptgründe, warum das regelmäßige Überprüfen und Testen der Anlage ebenso wichtig sein kann. Darüber hinaus ist es ausschlaggebend für Versicherungsleistungen, die Einhaltung der Gewährleistung sowie der Garantien der PV-Anlage.

Im Laufe der Zeit kann durch unentdeckte Fehler ebenso ein Brandrisiko entstehen. Ohne eine wirksame Absicherung gegen solche Fehler kann ein solches Brandrisiko nur durch eine gute Auslegung der Anlage und sorgfältige Installation mit geeigneten Prüf- und Testmaßnahmen vermieden werden.

20. Welche Geräte werden zum Prüfen einer PV-Anlage benötigt?

Der Mindestumfang der Prüfungen, die durchzuführen sind, umfasst Durchgangsmessungen sowie die Überprüfung von Leerlaufspannung, Kurzschlussstrom, Isolierung und Bestrahlungsstärke.
Andere Tests z. B. mit Hilfe von I-U-Kennlinienschreibern, Leistungsanalysatoren und Wärmebildkameras sind nicht zwingend vorgeschrieben, werden aber als sinnvoll erachtet, um bestimmte Diagnosetests durchzuführen oder verschiedene Leistungsparameter der PV-Anlage zu beurteilen.
Es ist daher weitgehend dem Installateur überlassen, ob er eine ganze Reihe von Einzelgeräten oder aber nur ein oder vielleicht zwei Geräte erwerben möchte, die aber gleich mehrere Tests ermöglichen, um Messungen schnell, sicher und wirksam durchführen zu können.

21. Welche Faktoren sind vor der Auswahl eines Prüfmittels grundsätzlich zu berücksichtigen?

Auf dem Markt sind zahlreiche Geräte erhältlich, die unter dem Siegel „solartechnischer Prüfgeräte“ verkauft werden. Deshalb sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass die ausgewählten Geräte sämtliche Tests abdecken, die von der Norm DIN EN 62446 (VDE 0126-23) vorgeschrieben werden.
Es liegt in der Natur von PV-Tests, dass der Installateur hohen Spannungen ausgesetzt sein kann. Gerade deshalb sollte ein Gerät gewählt werden, mit dem die entsprechenden Tests automatisch und sicher durchgeführt werden können. Hierdurch wird die Effizienz der Tests erheblich verbessert und die Sicherheit des Installateurs gewährleistet.
Die Verfügbarkeit neuer PV-Multifunktionsprüfgeräte bedeutet auch, dass die Funktionen mehrerer einzelner Prüfgeräte in einem einzigen Tool kombiniert werden können. Hierdurch können Kosteneinsparungen sowie Verbesserungen im Hinblick auf praktische Überlegungen erzielt werden.

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